Newsletter    Facebook    Twitter    Google+    Presse    Partner    Karriere    Suchen    Sitemap    Kontakt    Impressum  
   Krisennavigator 
®
15. Jahrgang (2012) - Ausgabe 5 (Mai) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

und der Partnerunternehmen:

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |

| Mehr |
 
 

Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren

von Dipl.-Kfm. Frank Roselieb

Mit der am 1. Januar 1999 in Kraft getretenen Insolvenzordnung möchte der Gesetzgeber insbesondere die Sanierung von Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens fördern. Zur Einführung eines "echten" Sanierungsverfahrens konnte man sich jedoch nicht entschließen. Außerdem soll durch die neuen gesetzlichen Regelungen der bisherige Charakter des Insolvenzverfahrens - als Verfahren zur gleichmäßigen Befriedigung aller Gläubiger - nicht beeinträchtigt werden.

Die Hoffnung auf eine Vielzahl von erfolgreichen, bislang nicht möglichen Sanierungen hat sich in der Unternehmenspraxis nicht erfüllt. Ist die neue Insolvenzordnung sanierungsfeindlich? Führt sie zu einer nicht marktkonformen Erhaltung von nicht dauerhaft überlebensfähigen Unternehmen? Können Schuldner das Insolvenzverfahren vielleicht sogar zur Erlangung ungerechtfertigter Vorteile zu Lasten der Gläubiger zweckentfremden?

Diesen und anderen Fragen ist Dr. Christof Kautzsch aus Berlin in seiner Dissertation an der Universität Münster nachgegangen. Er untersucht u.a., welche Schwächen des neuen Insolvenzrechts diese Entwicklung bedingen und inwieweit die Insolvenzordnung den verschiedenen Zielen und Ansprüchen des Gesetzgebers tatsächlich gerecht wird.

  • Im ersten Kapitel geht der Verfasser zunächst auf den Aspekt der Sanierungsförderung im Insolvenzrecht ein. Er analysiert die Ursachen für die Funktionsunfähigkeit der bisherigen Vergleichs- und Konkursverfahren und verdeutlicht, welche Maßnahmen die neue Insolvenzordnung zur Stärkung der Sanierungsfähigkeit vorsieht. Abschließend formuliert Kautzsch die Kernfragen seiner Untersuchung und skizziert die Prüfungsfolge.
  • Im Mittelpunkt des zweiten Kapitels stehen die Auswirkungen der Insolvenzordnung auf die Unternehmensfortführung im Eröffnungsverfahren - also im Zeitraum zwischen der Antragsstellung und der tatsächlichen Verfahrenseröffnung. Nach einem Überblick über die besonderen Regelungen des Eröffnungsverfahrens geht der Autor auf einzelne Probleme der Unternehmensfortführung im Eröffnungsverfahren ein. Hierzu zählen beispielsweise die Dauer des Eröffnungsverfahrens, die Befugnisses des vorläufigen Insolvenzverwalters und Fragen der Liquiditätssicherung. Im Ergebnis ist Kautzsch zuzustimmen, dass das Eröffnungsverfahrens nur eingeschränkt geeignet ist, die Sanierung von Unternehmen im Insolvenzverfahren zu fördern und dass die neuen Regelungen keine wesentlichen Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Recht mit sich bringen.
  • Im dritten Kapitel prüft der Autor, welche Maßnahmen zur Unternehmenssanierung im eröffneten Insolvenzverfahren ergriffen werden können, um die Ertragskraft des Betriebes wiederherzustellen. Betrachtet werden u.a. Maßnahmen zur Bestandssicherung, Liquiditätsverbesserung und Aufwandssenkung sowie die verschiedenen Varianten der Geschäftsführung. Insgesamt fällt die Prüfung positiv aus. Nach Ansicht von Kautzsch ermöglicht die neue Insolvenzordnung eine Unternehmensfortführung in ausreichendem Maße - beispielsweise durch die vereinfachte Durchführung von aufwandssenkenden Maßnahmen.
  • Das vierte Kapitel thematisiert die übertragende Sanierung im Insolvenzverfahren. Dieses Verfahren vereint die Vorteile der Liquidation einerseits (sofortige Befriedigung der Gläubiger und schnelle Abwicklung des Verfahrens), mit den Vorteilen der Sanierung andererseits (Erhalt des Unternehmens als vermögenswerter Einheit und Sicherung von Arbeitsplätzen). Problematisch sind demgegenüber das generelle Zustimmungserfordernis der Gläubiger, die drohende Veräußerung unter Wert sowie diverse Haftungsfragen. Insgesamt kommt Kautzsch zu dem Ergebnis, dass die neue Insolvenzordnung die übertragende Sanierung zwar zuläßt, sie aber gegenüber dem bisherigen Recht nicht unbedingt erleichtert.
  • Besonders ausführlich widmet sich der Verfasser im fünften Kapitel dem Sanierungs- bzw. Insolvenzplan - als Kernstück des neuen Insolvenzrechts. Nach dem Willen des Gesetzgebers soll dieser zur Deregulierung der Insolvenzabwicklung beitragen und den Beteiligten einen Rechtsrahmen zur einvernehmlichen Bewältigung der Insolvenz durch Verhandlungen und private Austauschprozesse zur Verfügung stellen. Die Hoffnung auf eine Vielzahl von Insolvenzabwicklungen mit Hilfe von Sanierungsplänen hat sich in der Unternehmenspraxis allerdings nicht erfüllt. Einerseits nimmt die Ausarbeitung, Erörterung und Abstimmung des Plans erhebliche Zeit in Anspruch. Andererseits sind Akkordstörungen durch dissentierende Gläubiger möglich.
  • Das sechste Kapitel faßt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und bewertet sie abschließend im Gesamtzusammenhang. Die Bilanz des Autors fällt zurecht ernüchternd aus. Die Insolvenzordnung führt nicht zu einer radikalen Erleichterung der Unternehmensfortführung. Zwar ist die Erweiterung des Handlungsspielraums der Beteiligten grundsätzlich ein Fortschritt. Gleichwohl kann das Insolvenzplanverfahren nur sehr eingeschränkt, wirtschaftlich sinnvolle Sanierungen von Unternehmensträgern in der gebotenen Eile auch gegen den Willen einzelner Beteiligter durchsetzen. Diese eingeschränkte Sanierungstauglichkeit ist allerdings kein Fehler, sondern eher eine logische Folge der konsequenten Umsetzung des Konzepts der Marktkonformität. Diese und andere Schwächen des neuen Insolvenzrechts lassen sich - angesichts bestehender Zielkonflikte - in absehbarer Zeit nicht umfassend beseitigen.

Insgesamt fasst die Monographie von Kautzsch den Wissensstand zur Sanierungstauglichkeit des neuen Insolvenzrechts anschaulich und kritisch zusammen. Obwohl die Dissertation bereits Anfang 1999 den Gutachtern vorlag, hat der Verfasser die zwischenzeitliche Entwicklung in Gesetzgebung, Literatur und Rechtsprechung bis Anfang 2001 berücksichtigt. Den mit Insolvenzen betrauten Unternehmensberatern und Fachanwälten gibt die Schrift einen guten Überblick über die Möglichkeiten und Probleme einer Unternehmenssanierung.

Christof Kautzsch,
Unternehmenssanierung im Insolvenzverfahren,
Eul-Verlag, Lohmar, Köln, 2001,
290 Seiten, EUR 44.00,
ISBN 3-89012-910-2

| Bestellen |

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
5. Jahrgang (2002), Ausgabe 8 (August)


Seitenanfang | Zurück | Drucken Drucken | Kontakt | Sitemap | Impressum

Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Frank Roselieb 1998-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

 
   

Aktueller Kongress

Österreichischer
Krisenkommunikationsgipfel

Donau-Universität Krems
20. Juni 2012

Aktuelle
Stellenangebote

Projektassistent (m/w)
Krisenkommunikation,
Krisenmanagement und
Krisentraining in Kiel

Berater (m/w)
Restructuring &
Finance in München
und Hamburg 

Spezialist (m/w)
Business Continuity
Management / MAN SE
in München

Rechtsanwalt (m/w)
Restrukturierung
Gesellschaftsrecht
in Frankfurt am Main

Aktuelle Lehrgänge

Zertifikatslehrgang
Krisenkommunikations-
manager/in (DGfKM)

04. bis 06. Juni 2012
in Köln

Zertifikatslehrgang
Restrukturierungs-
manager/in (DGfKM)

11. bis 13. Juni 2012
in Düsseldorf
27. bis 29. August 2012
in Berlin

  

Zertifikatslehrgang
Katastrophen-
manager/in (DGfKM)

Termine auf Anfrage (nur
öffentliche Einrichtungen)

Mobile Dienste

Bitte geben Sie direkt
www.krisenjournal.de bzw.
restrukturierungsjournal.de
in Ihr Smartphone ein.

Aktuelle Magazine

Direkt zu den
Fallstudien, Fachbeiträgen,
Buchtipps, Links etc.

Krisenmanagement
Krisendiagnose
Krisenkommunikation
Issues Management
Risikomanagement
Sicherheitsmanagement
Katastrophenmanagement

Ihren Beitrag
ergänzen? Kontakt

Aktueller Buchtipp 

Suchen Sie weitere
aktuelle Publikationen?
Institutsbibliothek

Soziale Netzwerke

Folgen Sie uns auf ...


www.facebook.com/
krisennavigator


www.twitter.com/
krisennavigator


https://plus.google.com/
101280635759197424200

Interviews
(Auswahl)

Krisenkommunikation
bei Katastrophen

(SWP)

Psychologie der
Krisenbwältigung

(ARD)

Repuations-
management von BP

(dapd)

Status des
Katastrophen-
managements

(Handelsblatt)

Krisenkommunikation
bei Stuttgart 21

(Blog)

Reputations-
management von BP

(detektor.fm)

Krisenkommunikation
von BP im Web 2.0

(Adzine)

Krisenkommunikation
des Bundespräsidenten

(Blog)

Krisenmanagement
bei Opel

(Tagesschau)

Krisenkommunikation
der Bahn

(W & S)

Krisenkommunikation
bei Restrukturierungen

(Focus)

Reputationsmanagement
von SAP

(Computerwoche)

Krisenkommunikation
der Bahn

(Tagesthemen)

Krisenkommunikation
der Bundesagentur
für Arbeit

(Spiegel)

Krisenmanagement der
Bundesregierung

(Tagesthemen)

Risikomanagement
in Unternehmen

(Fluter)

Krisenkommunikation
in Kriegszeiten

(Spiegel)

Stellungnahmen
(Auswahl)

Krisenkommunikation
der Ergo-Versicherung

(Welt)

Krisenmanagement
von Sony

(Stern)

Internationales
Krisenmanagement

(Wiener Zeitung)

Status des Auslands-
krisenmanagement

(FTD)

Katastrophen-
kommunikation in Japan

(HAZ)

Krisenkommunikation
bei AKW-Unfällen

(Bild)

Status des
Katastrophen-
managements

(n-tv)

Krisenkommunikation
bei Stuttgart 21

(Handelsblatt)

Krisenkommunikation
von Google

(W & V)

Krisenkommunikation
von BP

(Standard)

Status der
Krisenkommunikation

(FTD)

Krisenkommunikation
der Bahn

(Focus)

Krisenmanagement
bei Projektkrisen

(Spiegel)

Krisenkommunikation
der CDU

(Abendblatt)

Reputations-
management von BP

(Welt)

Krisenkommunikation
zu Griechenland

(Welt)

Krisenkommunikation
im Tourismus

(Tagesspiegel)

Krisenkommunikation
des Papstes

(N24)

Krisenmangement
der CDU

(Bild)

Krisenkommunikation
im Insolvenzfall

(CRN)

Krisenkommunikation
der HSH-Nordbank

(Welt)

Markenkrise
bei Opel

(Welt)

Krisenmanagement
in Unternehmen

(FTD)

Prozessbegleitende
Krisenkommunikation
(Litigation-PR)

(FTD)

Krisenkommunikation
im Internet

(Süddeutsche)

Krisenmanagement
der Bundesregierung

(Spiegel)

Reputationsmanagement
der Deutschen Bank

(Süddeutsche)

Status des
Risikomanagements

(FTD)

Bewältigung von
Produktrückrufen

(FTD)

Reputationsmanagement
von Unternehmen

(FTD)

Krisenprävention von
Unternehmen

(Welt)

Institutsportraits
(Auswahl)

"Krise als Beruf"
(Welt)

"Stell dir vor,
es ist Krise"

(Manager Magazin)

"Virtuelle Sanitäter"
(Welt am Sonntag)

   Deutsch   /  English  Letzte Aktualisierung: Montag, 21. Mai 2012